Du träumst davon, eigene Bienen zu halten und deinen eigenen Honig zu ernten? Dann stehst du früher oder später vor einer wichtigen Entscheidung: Wie kommst du zu deinen ersten Bienen? Für Einsteiger führt der beste Weg meist über den Kauf eines Ablegers. Doch was genau ist ein Ableger, warum eignet er sich so gut für Anfänger, und worauf solltest du beim Kauf unbedingt achten? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst, um gut vorbereitet in dein erstes Imkerjahr zu starten.
Was ist ein Ableger?
Ein Bienenableger ist ein vom Imker künstlich gebildetes, neues Bienenvolk. Er entsteht, indem aus einem bestehenden, starken Bienenvolk mehrere Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnommen und in eine neue Behausung, eine sogenannte Beute, eingesetzt werden. Dazu kommen noch Futterwaben und häufig auch Leerwaben, die die Bienen dann selbst ausbauen können.
Die Bienen sitzen bereits auf 3-6 ausgebauten Waben mit Brut, Pollen und Futter. Das macht den Ableger zu einem eigenständigen, funktionsfähigen Mini-Volk, das nur noch eine Königin benötigt, um vollständig zu sein. Diese wird entweder vom Imker zugesetzt – idealerweise eine junge, begattete Königin – oder die Bienen ziehen sich selbst eine Königin nach.
Im Gegensatz zu einem großen Wirtschaftsvolk mit 40.000 bis 60.000 Bienen ist ein Ableger deutlich kleiner und überschaubarer. Genau das macht ihn zum perfekten Lernvolk für angehende Imker.

Warum ist ein Ableger ideal für Anfänger?
Überschaubares Lernvolk
Als Neuimker hast du noch viel zu lernen: Wie erkennst du die Königin? Wie sieht gesunde Brut aus? Wann musst du erweitern? Bei einem kleinen Ableger mit nur wenigen Waben kannst du all diese Dinge in Ruhe üben, ohne von der schieren Masse an Bienen überfordert zu werden. Ableger ist sowieso toll, der bringt noch keinen Honig und will auch nicht schwärmen. Zwei Probleme weniger im ersten Jahr.
Wächst mit deinem Wissen
Ein Ableger entwickelt sich über den Sommer hinweg langsam zu einem vollwertigen Volk. Du wächst sozusagen mit deinen Bienen, während das Volk größer wird, sammelst du immer mehr Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit einem Bienenvolk. Hättest du direkt ein riesiges Wirtschaftsvolk, müsstest du vom ersten Tag an komplexe Entscheidungen treffen und Schwarmverhinderung betreiben, das kann schnell überfordern.
Keine Schwarmgefahr im ersten Jahr
Ableger mit einer frisch nachgezogenen oder zugesetzten jungen Königin aus dem laufenden Jahr sind deutlich weniger schwarmfreudig als Völker mit älteren Königinnen. Gerade im ersten Jahr, wenn du noch lernst, ist es ein großer Vorteil, dass dein Volk voraussichtlich nicht schwärmen wird. Die junge Königin und die geringe Volksstärke sorgen dafür, dass der Schwarmtrieb praktisch nicht vorhanden ist. Schwarmkontrolle und Schwarmverhinderung gehören zu den anspruchsvolleren Aufgaben in der Imkerei – das kannst du im zweiten Jahr angehen, wenn du bereits Erfahrung gesammelt hast und das Volk stärker wird.
Kein Honigdruck
Im ersten Jahr bringt ein Ableger in der Regel keinen oder nur sehr wenig Honig. Das mag zunächst enttäuschend klingen, ist aber tatsächlich ein Vorteil: Du musst dich nicht um Honigernte, Schleudern und Abfüllen kümmern, sondern kannst dich voll und ganz auf die Bienen und ihre Entwicklung konzentrieren. Die Honigernte kommt dann im zweiten Jahr, wenn du bereits weißt, was du tust.
Günstigerer Einstieg
Die Preise für Ableger liegen je nach Stärke und Zeitpunkt zwischen 80-150 Eur. Ein überwintertes Wirtschaftsvolk kostet dagegen schnell 220 bis 260 Euro. Als Anfänger kannst du also deutlich günstiger einsteigen und dein Geld zunächst in die notwendige Ausstattung investieren.

Ableger vs. Wirtschaftsvolk vs. Schwarm – Was ist der Unterschied?
Beim Bienenkauf hast du prinzipiell mehrere Möglichkeiten. Damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst, hier die wichtigsten Unterschiede:
Wirtschaftsvolk
Wirtschaftsvölker wurden bereits überwintert und sind im Frühjahr so stark, dass die Bienen direkt nach Blühbeginn Nektar eintragen. Sie werden meist im April verkauft und können im selben Jahr bereits Honig ernten. Das klingt verlockend, birgt für Anfänger aber Herausforderungen: Diese Völker sind groß, entwickeln sich schnell und neigen zur Schwarmbildung. Du brauchst von Anfang an fundiertes Wissen über Schwarmverhinderung.
Für wen geeignet: Erfahrene Imker, die sofort Honig ernten möchten.
Naturschwarm
Im Mai und Juni schwärmen Bienenvölker natürlicherweise. Wenn du Glück hast, findest du einen herrenlosen Schwarm oder ein Imker in deiner Nähe gibt dir einen ab. Ein Schwarm kann eine schöne Ergänzung sein, ist aber nichts für den allerersten Einstieg, da du nicht weißt, wie alt die Königin ist und ob das Volk gesund ist. Außerdem brauchst du Hilfe beim Einfangen.
Für wen geeignet: Als Ergänzung zu bestehenden Völkern, nicht als allererster Einstieg.
Kunstschwarm
Ein Kunstschwarm wird von einem Imker gebildet, indem er Bienen abfegt und diesen eine Königin gibt. Die Bienen sind „nackt“, sitzen also nicht auf Waben. Sie müssen alles neu aufbauen, was zwar spannend zu beobachten ist, aber auch bedeutet, dass sie sofort gefüttert werden müssen. Für absolute Anfänger etwas anspruchsvoller.
Für wen geeignet: Imker, die ein anderes Beutensystem nutzen oder Waben komplett neu aufbauen möchten.
Ableger – der goldene Mittelweg
Der Ableger vereint die Vorteile: Er ist kleiner und überschaubarer als ein Wirtschaftsvolk, aber bereits auf Waben etabliert (im Gegensatz zum Kunstschwarm). Er schwärmt nicht, bringt keinen Honigdruck und lässt dir Zeit zum Lernen. Genau deshalb ist er für Einsteiger die beste Wahl.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kauf?
Der Zeitpunkt des Kaufs beeinflusst sowohl den Preis als auch deine Erfolgschancen im ersten Jahr.
Frühjahrs-Ableger (April/Mai)
Mai und Juni sind die Monate, in denen Imker große Völker teilen und Ableger bilden. Ableger, die bereits im Vorjahr gebildet wurden und überwintert haben, werden oft schon im April angeboten. Sie sind stärker und haben eine höhere Chance, im ersten Jahr noch etwas Honig zu bringen. Allerdings sind sie auch teurer.
Vorteile: Frühe Entwicklung, eventuell schon Honigertrag im ersten Jahr
Nachteile: Höherer Preis (120-150 Euro)
Für wen: Ambitionierte Einsteiger, die schnell ein größeres Volk möchten
Sommer-Ableger (Mai/Juni)
Die meisten Ableger aus dem laufenden Jahr sind im Mai und Juni verfügbar und preislich am günstigsten. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Völker aufgrund ihrer geringen Größe noch nicht zum Schwärmen neigen. Das ist die klassische und beste Zeit für Neuimker, um einzusteigen.
Vorteile: Günstigerer Preis (80-120 Euro), keine Schwarmgefahr, entspanntes Lernen
Nachteile: Kein Honig im ersten Jahr
Für wen: Idealer Zeitpunkt für absolute Anfänger
Spätsommer-Ableger (Juli/August)
Auch im Spätsommer können noch Ableger gebildet werden, allerdings wird es dann knapp bis zur Einwinterung. Je später im Jahr man Ableger bildet, umso mehr Brutwaben benötigt man, da sie bis zum Herbst zu einem überwinterungsfähigen Volk heranwachsen müssen. Für Anfänger ist dieser Zeitpunkt riskanter.
Vorteile: Manchmal noch verfügbar, wenn früher nichts zu bekommen war
Nachteile: Knappes Zeitfenster bis zur Einwinterung, höheres Risiko
Für wen: Nur wenn frühere Ableger ausverkauft waren
Unser Tipp: Starte mit zwei bis drei Ablegern im Mai oder Juni. So kannst du Vergleiche ziehen und bist nicht verzweifelt, falls ein Volk Probleme macht.

Worauf solltest du beim Kauf achten?
Nicht jeder Ableger ist gleich gut. Hier sind die wichtigsten Qualitätskriterien:
Gesundheitszeugnis ist Pflicht
Beim Kauf sollte man ein Gesundheitszeugnis bekommen. Das bestätigt, dass die Bienen zuvor von einem Bienensachverständigen untersucht wurden, gesund sind und keine Seuchen wie die Amerikanische Faulbrut haben. Ein seriöser Verkäufer legt das Gesundheitszeugnis unaufgefordert vor. Fehlt es, solltest du vom Kauf Abstand nehmen.
Das Gesundheitszeugnis brauchst du unter Umständen auch zur Anmeldung bei deinem Veterinäramt – ohne kommst du in rechtliche Schwierigkeiten.
Junge Königin
Ein guter Ableger sollte entweder mit einer jungen, begatteten Königin aus dem laufenden Jahr geliefert werden, oder die Bienen ziehen sich selbst eine neue Königin nach. Bei der Nachschaffung entnimmt der Imker dem Muttervolk Brutwaben mit jungen Larven. Die Bienen des Ablegers ziehen sich daraus eigenständig Weiselzellen und eine neue Königin heran, die dann auf ihren Begattungsflügen von Drohnen aus der Umgebung begattet wird – die sogenannte Standortbegattung.
Diese Methode hat einen großen Vorteil: Die Königin ist perfekt an die regionalen Bedingungen angepasst, da sowohl ihre mütterliche Linie als auch die Drohnen aus der direkten Umgebung stammen. Eine solche junge Königin ist vital, langlebig und wenig schwarmfreudig. Frage beim Kauf, ob die Königin bereits begattet und in Eilage ist, oder ob du den Ableger mit Weiselzellen bekommst. Letzteres bedeutet, dass du noch 3-4 Wochen warten musst, bis die Königin geschlüpft, begattet und in Eilage ist – dafür erlebst du den spannenden Prozess der Königinnenzucht hautnah mit.
Bei unseren geplanten Ablegern ab 2026 setzen wir auf beide Varianten: Entweder ziehen sich die Bienen ihre Königin selbst nach und diese wird standortbegattet, oder wir setzen eine junge, standortbegattete Carnica-Königin aus regionaler Zucht zu.
Frische, helle Waben
Helle Holzrähmchen und frisch wirkende Waben zeigen, dass der Imker regelmäßig erneuert. Alte, dunkle Waben können Krankheitserreger beherbergen und sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Ein guter Imker achtet darauf.
Einheitliche Rähmchen
Achten Sie auch auf einheitliche Rähmchen, denn eine bunte Mischung deutet darauf hin, dass das Volk „zusammengesucht“ wurde. Das kann ein Hinweis auf mangelnde Sorgfalt sein.
Brut in allen Stadien
Wenn du beim Abholen einen Blick in den Ableger werfen kannst, achte darauf, dass Brut in verschiedenen Stadien vorhanden ist: Eier, junge Larven und verdeckelte Brut. Das zeigt, dass die Königin kontinuierlich legt und gesund ist.
Lokal kaufen
Wer Bienen kaufen möchte, sollte zuerst bei einem Imker Verein nachfragen, ob andere Imker Völker verkaufen. Lokale Bienen sind an das Klima und die Trachtpflanzen deiner Region angepasst. Außerdem hast du einen Ansprechpartner in der Nähe, wenn Fragen auftauchen. Zudem sollte der alte Standort der Bienen mindestens 3 km von ihrem neuen Standort entfernt liegen. Sonst würden die Bienen alle wieder zum gewohnten Ort zurückfliegen.
Was kostet ein Ableger?
Die Preise variieren je nach Region, Stärke und Zeitpunkt:
- 5-Waben-Ableger im Mai/Juni: 80-120 Euro
- Überwinterter Ableger im April: 120-150 Euro
- Mit gekaufter Zuchtkönigin: bis 180 Euro
Eine Carnica F1-Bienenkönigin kostet zwischen 45 und 80 Euro, das erklärt den Preisunterschied. Bei uns setzen wir auf standortbegattete Carnica-Königinnen aus regionaler Zucht, die optimal an die Bedingungen in Thüringen angepasst sind.
Bedenke: Der Ableger ist nur der Anfang. Du brauchst außerdem eine Beute, Rähmchen, Schutzkleidung, Smoker und Werkzeug. Rechne für den kompletten Einstieg mit 500-800 Euro.
Transport und Aufstellung
Wenn du deinen Ableger abholst, gibt es einige praktische Dinge zu beachten:
Abholzeit: Um wirklich alle Bienen des Volkes mitzunehmen, holst du deine Bienen am frühen Morgen oder spät abends ab. Dann sind alle Flugbienen im Stock.
Transport: Das Flugloch muss geschlossen sein. Für die Belüftung sorgt ein Gitterboden oder Lüftungslöcher. Sichere die Beute im Auto gegen Verrutschen.
Neuer Standort: Der alte Standort der Bienen sollte mindestens 3 km von ihrem neuen Standort entfernt liegen. Sonst würden die Bienen alle wieder zum gewohnten Ort zurückfliegen. Ist das nicht möglich, musst du den Ableger besonders stark mit Jungbienen besetzen lassen oder eine „Kellerhaft“ machen.
Erste Tage: Öffne das Flugloch am neuen Standort und bringe eine Fluglochverengung an. Sie schützt das noch schwache Volk vor Räuberei. Kontrolliere nach wenigen Tagen, ob genügend Futter vorhanden ist.

Warum Carnica-Ableger?
In unserer Region Thüringen hat sich die Carnica-Biene als ideale Rasse etabliert. Sie ist sanftmütig, schwarmträge (bei guter Zuchtauswahl) und winterhart – perfekt für unser mitteleuropäisches Klima. Carnica-Bienen sind auch für Anfänger gut zu händeln, da sie ruhig auf den Waben sitzen und selten aggressiv reagieren.
Besonders wichtig: Regionale Bienen sind an das Klima, die Trachtpflanzen und sogar an lokale Krankheitserreger angepasst. Ableger aus Thüringen kommen mit unseren manchmal langen Wintern und den typischen Trachtlücken besser zurecht als importierte Bienen.
Wenn du Ableger bei einem lokalen Imker kaufst, unterstützt du nicht nur die regionale Imkerei, sondern erhältst auch Bienen, die für genau deine Umgebung gezüchtet wurden. Unsere standortbegatteten Carnica-Königinnen werden von erfahrenen Züchtern in der Region begleitet und auf Sanftmut, Schwarmträgheit und Sammelfreude selektiert.
Ableger und die Verbindung zu regionalem Honig
Wenn du deine eigenen Bienen hältst, wirst du schnell merken, wie viel Arbeit in jedem Glas Honig steckt. Die Bienen fliegen zu den Blüten in deiner Umgebung, den gleichen Blüten, die auch unsere Bienen in Gera und Umgebung anfliegen.
Im zweiten Jahr, wenn dein Ableger zu einem starken Volk herangewachsen ist, wirst du deinen ersten eigenen Honig ernten – vielleicht einen milden Rapsblütenhonig, einen blumigen Frühlingsblütenhonig oder einen kräftigen Sommerblütenhonig, je nachdem, was in deiner Gegend blüht.
Bis dahin kannst du dich mit unserem regionalen Honig eindecken und gleichzeitig die heimische Imkerei unterstützen. Jedes Glas ist ein Stück thüringische Natur, genau wie der Honig, den deine Bienen bald produzieren werden.

Fazit: Der Ableger – dein perfekter Einstieg in die Imkerei
Ein Ableger ist für angehende Imker die beste Wahl, um in die faszinierende Welt der Bienenhaltung einzusteigen. Er ist überschaubar, lehrreich, schwärmt nicht und verzeiht Anfängerfehler eher als ein großes Wirtschaftsvolk. Der ideale Kaufzeitpunkt liegt im Mai oder Juni, wenn du einen Ableger aus dem laufenden Jahr erwirbst.
Achte beim Kauf unbedingt auf das Gesundheitszeugnis, eine junge Königin und frische Waben. Kaufe wenn möglich lokal bei einem Imker in deiner Region oder über deinen Imkerverein. So erhältst du nicht nur gesunde, angepasste Bienen, sondern auch einen Ansprechpartner für die unvermeidlichen Fragen der ersten Monate.
Mit zwei bis drei Ablegern startest du sicher ins erste Imkerjahr. Im zweiten Jahr werden daraus starke Wirtschaftsvölker, die dir deinen ersten eigenen Honig bescheren – ein unbeschreibliches Gefühl!
Ableger aus Gera – bald auch bei uns
Wir planen ab 2026, standortbegattete Carnica-Ableger aus unserer Imkerei in Gera anzubieten. Unsere Ableger werden mit jungen, leistungsstarken Königinnen aus regionaler Zucht ausgestattet sein, die auf Sanftmut, Schwarmträgheit und Sammelfreude selektiert wurden.
Wenn du Interesse hast, im Frühjahr 2026 einen Ableger von uns zu erwerben, melde dich gerne schon jetzt bei uns. Wir informieren dich über Verfügbarkeit, Preise und Abholtermine.
Bis dahin: Entdecke unseren regionalen Honig und lerne, was deine zukünftigen Bienen produzieren werden:
- Rapsblütenhonig – mild, cremig und aus den Rapsfeldern Thüringens
- Frühlingsblütenhonig – vielfältig und aromatisch aus der Frühlingsblüte
- Sommerblütenhonig – kräftig und würzig aus der Sommertracht
Bestelle jetzt regionalen Honig und unterstütze die Imkerei in Thüringen! Jedes Glas ist ein Vorgeschmack auf das, was dich als Imker erwartet – pure, naturbelassene Qualität aus unserer Heimat.
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