Verschneite Dadant Bienenbeuten der Imkerei Honigtopf am Steinertsberg in Gera während der Winterruhe
Kategorien: Honig Wiki|Veröffentlicht am: 5. Januar 2026|

Inhaltsverzeichnis

Der erste Frost legt sich über Gera, die Tage werden kürzer und die Natur bereitet sich auf die Winterruhe vor. Doch was passiert eigentlich mit den Bienen, wenn die Temperaturen fallen und keine Blumen mehr blühen? Halten sie Winterschlaf? Oder trotzen sie tatsächlich der Kälte? In diesem Beitrag zeigen wir dir, was in unseren Bienenstöcken am Steinertsberg passiert, wenn draußen der Schnee fällt.

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Kein Winterschlaf – Bienen bleiben aktiv

Anders als viele Insekten halten Honigbienen keinen Winterschlaf. Sie bleiben den gesamten Winter über aktiv – allerdings auf eine ganz besondere Art und Weise.

Sobald die Außentemperaturen auf etwa 10 Grad Celsius fallen, ziehen sich die Bienen komplett in ihren Stock zurück. Jetzt beginnt die Winterruhe, eine Zeit, in der das Bienenvolk seine gesamte Energie darauf verwendet, die Königin und sich selbst warm zu halten.

Im Sommer kann ein starkes Bienenvolk aus bis zu 50.000 Arbeiterinnen bestehen. Im Winter schrumpft diese Zahl auf etwa 10.000 bis 20.000 Bienen. Die Drohnen wurden bereits im Spätsommer aus dem Stock geworfen, da sie nur unnötig Futtervorräte verbrauchen würden. Im Winter leben also nur noch die Königin und ihre Arbeiterinnen im Stock.

Die Wintertraube: Ein Wunder der Natur

Die Art und Weise, wie Bienen den Winter überstehen, ist ein faszinierendes Beispiel für perfekte Teamarbeit. Sie bilden die sogenannte Wintertraube – eine kugelförmige Anordnung aus Tausenden Bienenkörpern.

So funktioniert die Wintertraube

Ab etwa 8 bis 10 Grad Celsius beginnen die Bienen, sich zu einer dichten Traube zusammenzuziehen. Im Zentrum dieser Traube sitzt die Königin – die wichtigste Biene des Volkes.

Temperaturzonen in der Wintertraube:

  • Kern (Mitte): 25-30°C – hier sitzt die Königin
  • Innere Schicht: 20-25°C – die gewärmten Bienen
  • Äußere Schicht: 9-12°C – die Heizbienen

Heizen durch Muskelzittern

Aber wie erzeugen die Bienen diese Wärme? Sie nutzen ihre kräftige Flugmuskulatur! Dabei „klinken“ sie ihre Flügel aus und lassen dann die Muskeln arbeiten – ähnlich wie wir Menschen zittern, wenn uns kalt ist.

Durch dieses koordinierte Muskelzittern können die Bienen ihren Stock auf bis zu 35 Grad Celsius aufheizen – selbst wenn draußen minus 15 Grad herrschen!

Die Bienen an der Außenseite der Traube haben die härteste Arbeit: Sie müssen heizen und sind gleichzeitig der Kälte am stärksten ausgesetzt. Deshalb wechseln sie regelmäßig die Positionen. Die Bienen von außen wandern nach innen, erholen sich in der Wärme und werden mit Nahrung versorgt. Gleichzeitig rücken ausgeruhte Bienen aus dem Inneren nach außen und übernehmen die Heizarbeit.

Winterbienen vs. Sommerbienen

Nicht alle Bienen sind gleich! Winterbienen unterscheiden sich grundlegend von ihren Schwestern, die im Sommer geboren werden.

Eine Arbeiterin, die im Frühjahr oder Sommer schlüpft, lebt nur etwa sechs Wochen. In dieser Zeit erledigt sie zahlreiche Aufgaben: Putzen, Füttern der Brut, Waben bauen und Nektar sammeln. Diese intensive Arbeit kostet Kraft und verkürzt ihr Leben. Die Arbeit eines Bienenvolkes für ein Glas Honig zeigt eindrucksvoll, welche Leistung die Sommerbienen vollbringen.

Winterbienen dagegen leben fünf bis sechs Monate – also rund zehnmal länger! Sie schlüpfen bereits im Spätsommer und bereiten sich von Anfang an auf ihre besondere Aufgabe vor.

Warum leben Winterbienen länger?

  • Sie verausgaben sich nicht durch Brutpflege
  • Sie fliegen nicht ständig zum Sammeln aus
  • Sie haben mehr Eiweißreserven im Körper
  • Ihr einziger Job: Überleben und die Königin schützen

Diese Langlebigkeit ist überlebenswichtig. Denn sobald es kalt wird, stellt die Königin die Eiablage ein – es gibt also monatelang keinen Nachwuchs. Die Winterbienen müssen diese Zeit überbrücken.

Ernährung im Winter

Bienen legen im Sommer fleißig Vorräte an. Ein Bienenvolk von etwa 10.000 Tieren verbrennt beim Wärmeerzeugen rund 600 Kilokalorien pro Stunde! Über den gesamten Winter kann ein Volk 15 bis 25 Kilogramm Honig verbrauchen.

Dieser Honig wurde von den Sommerbienen mühsam gesammelt und im Stock eingelagert. Er dient jetzt als Treibstoff für die Winterheizung.

Reinigungsflüge an milden Tagen

Die Bienen sind im Winter sehr reinlich und koten niemals in ihrem Stock. Sie sammeln ihre Ausscheidungen in einer speziellen Kotblase im Hinterleib. Erst wenn die Temperaturen für kurze Zeit über 10-12 Grad Celsius steigen, fliegen die Bienen zu sogenannten Reinigungsflügen aus.

An solch milden Wintertagen kannst du vielleicht einzelne Bienen beobachten, die kurz aus dem Stock kommen, sich erleichtern und dann schnell wieder zurückkehren.

Die Arbeit des Imkers im Winter

Während die Bienen in ihrer Wintertraube sitzen, hat auch der Imker bestimmte Aufgaben – wenn auch deutlich weniger als im Sommer.

Die Oxalsäure-Behandlung

Die wichtigste Winterarbeit ist die Behandlung gegen die Varroamilbe. Diese Milbe ist der größte Feind der Honigbienen und kann ganze Völker vernichten.

Die Oxalsäure-Behandlung erfolgt zwischen Ende November und Ende Dezember, wenn die Völker brutfrei sind. Bei Temperaturen zwischen 3 und 10 Grad Celsius träufeln wir eine Oxalsäure-Zuckerlösung direkt auf die Bienen in den Wabengassen. Die Säure benetzt die auf den Bienen sitzenden Milben, die dann absterben. Die Bienen selbst werden durch die geringe Konzentration nicht geschädigt.

Weitere Winterarbeiten

An milden Wintertagen kontrollieren wir durch vorsichtiges Anheben der Beuten, ob die Völker noch genug Futtervorrat haben. Außerdem sichern wir die Fluglöcher mit Mäusegittern – Mäuse suchen im Winter ebenfalls einen warmen Unterschlupf.

Für uns Imker ist der Winter auch die Zeit für Reparaturen und Vorbereitungen. In der Werkstatt warten Zargen und Rähmchen darauf, geflickt und neu mit Mittelwänden bestückt zu werden.

Vorbereitung auf den Frühling

Schon ab Mitte Januar – manchmal sogar schon im Dezember – beginnt die Königin wieder mit der Eiablage, obwohl draußen noch tiefster Winter herrscht!

Das Bienenvolk muss Anfang April, wenn die große Blütesaison beginnt, bereit sein. Da es von der Eiablage bis zur schlüpfenden Biene etwa 21 Tage dauert, startet die Königin bereits im Winter mit der Produktion. Die Bruttemperatur wird auf konstante 35 Grad Celsius hochgehalten.

An den ersten wirklich warmen Tagen im Februar oder März verlassen die Bienen ihren Stock für längere Ausflüge. Schneeglöckchen, Krokusse und Weidenkätzchen liefern den ersten Pollen und Nektar der neuen Saison.

Unsere Bienen am Steinertsberg

Bei unserer Imkerei in Gera stehen mehrere Bienenvölker am Steinertsberg. Dieser Standort bietet unseren Bienen im Sommer eine vielfältige Trachtquelle. Mehr über unsere Stadtimkerei in Gera erfährst du in unserem ausführlichen Beitrag.

Im Winter bietet der leicht erhöhte Standort einen guten Schutz. Unsere Dadant-Beuten stehen geschützt zwischen Bäumen und Sträuchern, windgeschützt und doch gut belüftet.

Der Honig, den du bei uns kaufen kannst, ist das Ergebnis der harten Arbeit dieser Winterbienen und ihrer Sommerschwestern. Jedes Glas erzählt die Geschichte eines ganzen Bienenjahres – vom Frühling über den arbeitsreichen Sommer bis hin zum stillen Winter.

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Häufige Fragen zu Bienen im Winter

Halten Bienen Winterschlaf?
Nein, Honigbienen halten keinen Winterschlaf. Sie bleiben den ganzen Winter über aktiv und bilden eine Wintertraube, in der sie sich gegenseitig wärmen. Durch Muskelzittern erzeugen sie Wärme und halten die Temperatur im Stockinneren konstant.

Wie kalt darf es für Bienen werden?
Bienen können selbst extreme Minustemperaturen überstehen – bis zu minus 20 Grad und kälter. Wichtig ist, dass sie genug Futtervorrat haben und die Wintertraube intakt bleibt. Die Temperatur im Zentrum der Traube beträgt immer mindestens 25 Grad.

Was fressen Bienen im Winter?
Im Winter ernähren sich Bienen ausschließlich von ihren eingelagerten Honigvorräten. Ein Volk kann über den Winter 15 bis 25 Kilogramm Honig verbrauchen. Der Imker kontrolliert regelmäßig, ob die Vorräte ausreichen, und füttert notfalls nach.

Warum fliegen manchmal Bienen im Winter?
An milden Wintertagen über 10-12 Grad Celsius fliegen Bienen zu sogenannten Reinigungsflügen aus. Sie sammeln ihren Kot über Wochen in einer speziellen Kotblase und entleeren diese nur außerhalb des Stocks. Diese kurzen Ausflüge sind wichtig für die Gesundheit des Volkes.

Wie viele Bienen überwintern in einem Stock?
Während ein Sommervolk aus bis zu 50.000 Bienen bestehen kann, überwintern nur etwa 10.000 bis 20.000 Bienen. Diese Winterbienen leben deutlich länger als Sommerbienen (5-6 Monate statt 6 Wochen) und müssen das gesamte Volk über die kalte Jahreszeit bringen.

Was macht der Imker im Winter mit den Bienen?
Die wichtigste Winterarbeit ist die Oxalsäure-Behandlung gegen Varroamilben zwischen November und Dezember. Außerdem kontrolliert der Imker die Futtervorräte, sichert die Beuten gegen Mäuse und führt Werkstattarbeiten durch. Die Bienenstöcke selbst werden möglichst wenig geöffnet, um die Winterruhe nicht zu stören.

Wann beginnen Bienen wieder mit der Brut?
Bereits ab Mitte Januar – manchmal schon im Dezember – beginnt die Königin wieder Eier zu legen, obwohl draußen noch Winter ist. Das Volk muss rechtzeitig genug junge Arbeiterinnen für die Blütesaison im April haben. Die Bruttemperatur wird auf konstante 35 Grad hochgehalten.